"Sonntags Zeitung", 9.3.2008
Eierproduzenten werfen Hühner vor die SäueSuppenhühner sind nicht mehr gefragt
Nach Ostern werden Schweizer Legehennen erstmals in einer mobilen
Schlachtanlage vergast und dann als Suppe an Schweine verfüttert.
Die beiden grössten Schweizer Schlachtbetriebe Bell und Micarna
wollen mit der Verwertung von Legehennen aufhören, weil diese nicht
mehr rentiert und ausserdem technisch heikel ist.
Jetzt lancieren die Eierproduzenten ein Pilotprojekt: Eine mobile Schlachtbank wird die Hennen direkt auf dem Hof töten. In einem Container werden sie mit CO2 betäubt und sind nach sechs bis acht Minuten tot - eine Methode, die auch zur Bekämpfung der Vogelgrippe zum Einsatz kommt. Statt als Suppenhühner oder Pastetlifüllung enden die Hühner dann in flüssiger Form im Schweinetrog. Wie viele Betriebe sich am Projekt beteiligen, steht gegenwärtig noch nicht fest. Mit der mobilen Schlachtbank ist die Branche allerdings nur halb zufrieden. "Dieses Fleisch ist eigentlich viel zu hochwertig für Schweinefutter", sagt dazu der Präsident des Eierproduzentenverbands, Willi Lüchinger. Doch die Schweizerinnen und Schweizer essen heute kaum noch Suppenhühner. Pro Jahr werden in der Schweiz rund 1.7 Mio. "alte" Legehennen geschlachtet; besonders viele in der Zeit nach Ostern. In den Wochen vor den Feiertagen verkaufen Coop und Migros bis zu siebenmal mehr Eier als im Jahresdurchschnitt. Nicole Meier. |

